Woher kommt der Name "Brockensammlung"?

Der Name "Brockensammlung" geht zurück auf eine Einrichtung in den bekannten Anstalten Bethel bei Bielefeld für Epilepsiekranke und Behinderte. Deren erster Leiter, Pastor Friedrich v. Bodelschwingh, gründete dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Sammelstelle für gebrauchte Gegenstände aller Art, die sonst wohl einfach weggeworfen worden wären. Abgesehen von dem Wiederverwendungsnutzen brachte das sinnvolle Beschäftigung für die Behinderten, die die Sachen sichten und sortieren konnten. Auf den Namen "Brockensammlung" kam Bodelschwingh durch die biblische Geschichte, in der bei Jesus eine tausendköpfige Menge, die ihm zugehört hatte, auf erstaunliche Weise gespeist wurde. Da heißt es zum Schluss: "Sie aßen alle und wurden satt; und sie sammelten auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll.“ (Matthäus 15,38)
Das Betheler Beispiel machte an vielen Orten Schule, u.a. auch in Göttingen. Hier rief der Evangelische Frauenverein schon vor dem ersten Weltkrieg eine "Brockensammlung" ins Leben. Deren Tradition wurde in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zunächst von der Straßensozialarbeit aufgegriffen und fortgesetzt.
Seit den 80er Jahren entstand dann die heutige "(Neue Arbeit-)Brockensammlung“ als eigenständige diakonische Einrichtung der evangelischen Kirche in Göttingen. Wenn hier jetzt nicht nur Sachen gesammelt, sondern vor allem Langzeit-Arbeitslose gefördert und qualifiziert werden, so bekommt dadurch der Name "Brockensammlung“ eine Erweiterung seiner Bedeutung: Nicht nur Dinge, viel mehr noch Menschen sollen nicht einfach "weggeworfen“ werden, sondern eine neue Lebenschance erhalten.

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